Q37 - in der Basler Zeitung
10. November 2009
 

Aus der Basler Zeitung vom 20.02.2008

Aus der Not entstand ein Erfolgsprojekt

RHEINFELDEN. IM NEUEN GEWERBEZENTRUM Q37 WERDEN 180 ARBEITSPLÄTZE ANGEBOTEN

Wie aus einer unkonventionellen Idee eine Erfolgsgeschichte wird, zeigt das Beispiel des neuen Zentrums Q37 im Rheinfelder Westen. Seit einem Dreivierteljahr sind die vielseitig genutzten Räumlichkeiten voll vermietet.

«Ich bin stolz darauf, dass dieses Werk gelungen ist», sagt Ruedi Vogel. Der Architekt und ehemalige Rheinfelder Stadtrat hatte vor rund drei Jahren die Idee zum Gewerbe- und Dienstleistungszentrum Q37. Das Zentrum findet sich rund 400 Meter vom Bahnhof entfernt – an der Stelle des früheren Schlachthauses. Quellenstrasse 37 lautet die Postadresse, die dem Zentrum den Namen gegeben hat.

Die Verwirklichung des Projektes ging rasch vonstatten. Eine Umzonung oder einen Gestaltungsplan brauchte es nicht und im März 2005 bewilligte die Gemeindeversammlung den Landverkauf. In kürzester Zeit wurde das Gebäude im harten Winter 2005/06 hochgezogen.

Günstig. Für die Finanzierung hatten Vogel Architekten und das Laufenburger Bauunternehmen Erne AG gesorgt. Im Investitionsvolumen von rund acht Millionen Franken ist die Kostenbeteiligung am Kreisel an der Basler Strasse inbegriffen. Derzeit wird das Kapital in Genossenschaftsanteile umgewandelt.

Die Besonderheit des Q37 ist, dass die Mieter in einer Genossenschaft organisiert sind und somit nicht nur Miteigentümer, sondern faktisch auch unkündbar sind. Speziell ist zudem, dass die Initianten kein fertiges Gebäude hingestellt haben, sondern, wie es Ruedi Vogel beschreibt, einen «geheizten Edelrohbau» mit 6696 Quadratmeter Nettomietfläche. Die Einrichtung und auch die Finanzierung der Detailinfrastruktur wurde den Mietern überlassen, was sich bei Basismieten zwischen 75 und 100 Franken pro Jahr und Quadratmeter durchaus rechnet. Im Vergleich dazu lägen die Mietpreise etwa bei dem im Bau befindlichen, konventionell ausgestatteten Dienstleistungszentrum B15 an der Baslerstrasse 15 bei rund 200 Franken, so Vogel.

Das Q37 beherbergt derzeit 34 Mieter, die rund 180 Arbeitsplätze anbieten. Erstaunlich wenige davon kommen aus dem Gebäude der einstigen Viskosefabrik im Osten von Rheinfelden. Das Q37 war eigentlich dazu gedacht, den bunten Mix von Mietern aufzunehmen, die sich in der alten Viscosi eingemietet hatten und im Zuge einer Überbauung mit teuren Wohnungen ihr Domizil verloren. Auf diese Leute war auch der schnelle Takt des Terminplans ausgerichtet.

Die Zahl der Mieter, die von der Viscosi ins Q37 umgezogen sind, lässt sich an einer Hand abzählen. Die Gründe dafür sind vielfältig und haben nichts direkt mit dem neuen Gewerbebau zu tun. «Dafür hat das unkonventionelle Gebäude viele Leute angezogen, die sonst nicht in Rheinfelden wären», sagt der Rheinfelder Künstler Fritz Schaub, ein ehemaliger «Viscosler».
Gemäss dem Genossenschaftspräsidenten Rolf Blattmann, der einst mit seiner Reinigungsfirma vom Cardinalgelände hierher gezogen ist, beherbergt das Q37 derzeit sieben neu gegründete Firmen. Das Zentrum versammelt eine bunte Vielfalt an Gewerblern und Dienstleistern – von der Praxis für chinesische Therapie bis zur Webdesign-Firma, vom Treuhänder bis zur Schreinerei.

«Mustercharakter». Auch wenn aus Mieterkreisen vereinzelt Vorbehalte zu den Details der technischen Umsetzung zu vernehmen sind, ist Vogels Konzept aufgegangen. Der Rheinfelder Beauftragte für Standortmarketing, Rolf Zimmermann, ist jedenfalls begeistert: «Das Projekt hat nicht nur Mustercharakter, es hat auch sehr guten Anklang gefunden.»